Ein Balkonkraftwerk in der Mietwohnung kann auch für Mieter eine einfache Möglichkeit sein, eigenen Solarstrom zu erzeugen und Stromkosten zu senken. Vor der Umsetzung stellen sich jedoch einige praktische und rechtliche Fragen: Wann muss der Vermieter zustimmen und was ist bei Montage und Anmeldung zu beachten? Dieser Ratgeber zeigt, wie Mieter ihr Balkonkraftwerk sinnvoll planen und welche Punkte auch Vermieter kennen sollten.
Auf einen Blick
- Mieter haben grundsätzlich Anspruch auf die Erlaubnis für ein Steckersolargerät
- Der Vermieter darf die Installation nicht grundlos verbieten
- Für bauliche Veränderungen solltest du vorher die Zustimmung einholen
- Bis 800 VA Wechselrichterleistung gelten vereinfachte Regeln
- Nach der Inbetriebnahme folgt die Registrierung im Marktstammdatenregister
Balkonkraftwerk als Mieter: was du vorher brauchst
Für ein Balkonkraftwerk als Mieter brauchst du vor allem einen geeigneten Standort und eine sichere Befestigung. Die Technik selbst bleibt überschaubar.
Du benötigst:
- einen sonnigen und möglichst wenig verschatteten Standort
- Solarmodule und einen passenden Wechselrichter
- eine geeignete, windstabile Halterung
- einen passenden Stromanschluss
- die technischen Daten für die Registrierung
- bei Veränderungen an der Mietsache die Zustimmung des Vermieters
Je nach verfügbarem Platz und Montageort können flexible Solarmodule interessant sein. Sie sind besonders leicht, lassen sich flexibel befestigen und eignen sich dadurch gut für Balkone oder Flächen, auf denen klassische Glasmodule nur schwer montiert werden können.
Bei den klassischen Balkonkraftwerken von solago kommen bifaziale Glas-Solarmodule mit jeweils 500 W Leistung zum Einsatz. Zwei Module ergeben damit beispielsweise 1.000 Wp Modulleistung.
So gehst du als Mieter bei der Planung deines Balkonkraftwerks in 3 Schritten vor
1. Standort, verfügbaren Platz und Ertrag prüfen
Prüfe zuerst, wo sich die Module sicher und möglichst unverschattet montieren lassen. Neben dem Balkon kommen je nach Mietobjekt auch Terrasse oder Garten infrage. Entscheidend sind genügend Platz, ausreichend Sonnenlicht und eine sichere Befestigung.
Wenn zwei Module für deinen Standort ausreichen, findest du in unserer Kollektion kleines Balkonkraftwerk kompakte Balkonkraftwerk-Sets mit zwei Modulen. Bei zwei 500-W-Modulen installierst du beispielsweise 1.000 Wp Modulleistung. Wie viel Strom daraus tatsächlich entsteht und wie hoch deine mögliche Ersparnis ausfällt, kannst du mit unserem Balkonkraftwerk Rechner vorab abschätzen.
2. Vermieter informieren und Montage abstimmen
Soll das Balkonkraftwerk an Balkonbrüstung, Fassade oder anderen Teilen der Mietsache befestigt werden, solltest du die Zustimmung des Vermieters vor der Montage einholen.
Schicke dafür konkrete Angaben zu Modulen, Halterung, Montageart und Anschluss mit. Seit Oktober 2024 gehören Steckersolargeräte zu den privilegierten baulichen Veränderungen nach § 554 BGB. Der Vermieter kann die Installation deshalb nicht pauschal verbieten. Eine Ablehnung kann jedoch möglich sein, wenn die konkrete Umsetzung für ihn unzumutbar wäre.
Wenn du dein System direkt am Balkon montieren möchtest, findest du unter Balkon-Solaranlagen Sets, die bereits passende Komponenten für die Balkonmontage enthalten. Prüfe trotzdem, ob die Befestigung zu deinem Geländer und der konkreten Montagesituation passt.
3. Balkonkraftwerk anschließen und registrieren
Viele Balkonkraftwerke sind als Plug-and-Play-Systeme aufgebaut und lassen sich mit wenig Aufwand anschließen. Welche Anschlussart zulässig ist, hängt jedoch von der Leistung und den technischen Voraussetzungen ab.
Nach DIN VDE V 0126-95 ist der Anschluss über eine Haushaltssteckdose bei maximal 800 VA Wechselrichterleistung und bis zu 960 Wp Modulleistung möglich. Für höhere Modulleistungen sieht die Norm eine spezielle Energiesteckvorrichtung vor. Prüfe deshalb immer die Angaben des jeweiligen Balkonkraftwerks und verwende keine Mehrfachsteckdosen oder ungeeignete Verlängerungen.
Nach der Inbetriebnahme musst du dein Balkonkraftwerk anmelden beziehungsweise im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registrieren. Fällt dein Steckersolargerät unter die vereinfachten Regeln, ist die Anmeldung unkompliziert und in wenigen Schritten erledigt. Dafür gilt grundsätzlich eine Frist von einem Monat.
Balkonkraftwerk und Vermieter: Was Eigentümer wissen sollten
Vermieter können weiterhin mitbestimmen, wie ein Balkonkraftwerk am Gebäude installiert wird. Sie dürfen beispielsweise Anforderungen an eine sichere Befestigung stellen oder darauf achten, dass die Bausubstanz nicht unnötig beschädigt wird.
Seit der gesetzlichen Privilegierung reicht eine pauschale Ablehnung jedoch nicht aus. Entscheidend sind die konkrete Montage und die Interessen von Mieter und Vermieter.
Bei Eigentumswohnungen kann zusätzlich die Wohnungseigentümergemeinschaft betroffen sein. Für Mieter bleibt zunächst der eigene Vermieter der Ansprechpartner.
Häufige Fehler beim Balkonkraftwerk in der Mietwohnung
- Leistung nicht vorab prüfen: Erst wenn du weißt, wie viele Module Platz finden und welchen Ertrag du erwarten kannst, lässt sich die Wirtschaftlichkeit sinnvoll einschätzen.
- Ohne Abstimmung montieren: Veränderungen an Balkon oder Fassade solltest du vorher mit dem Vermieter klären.
- Modulleistung mit Wechselrichterleistung verwechseln: Für Steckersolargeräte gilt eine Obergrenze von 2.000 Wp Modulleistung. Zwei 500-W-Module ergeben 1.000 Wp. Der Wechselrichter begrenzt die Leistung ins Hausnetz trotzdem auf maximal 800 VA.
- Registrierung vergessen: Auch ein Balkonkraftwerk in der Mietwohnung gehört ins Marktstammdatenregister.
Fazit: Balkonkraftwerk als Mieter richtig vorbereiten
Ein Balkonkraftwerk lässt sich auch in einer Mietwohnung gut umsetzen, wenn du Standort, Leistung und mögliche Ersparnis vorab realistisch einschätzt. Kläre anschließend die geplante Montage mit deinem Vermieter und achte auf eine sichere, zum Standort passende Installation. Für Vermieter schafft eine klare Abstimmung Sicherheit, während Mieter von der stärkeren gesetzlichen Position profitieren. Sind diese Punkte geklärt, steht dem eigenen Solarstrom in der Mietwohnung meist nichts mehr im Weg.























